freitag 03.09.

Uhrzeit 21:00 – 22:00

Rolf K. Wegst

Vom Lockdown Zurück zur Normalität

Mitglieder der Tanzcompagnie Giessen geben einen Einblick in ihr Leben während des Lockdowns.
Im Herbst 2020 gab es eine kurze Hoffnung auf ein Zurück zur Normalität…
Eine Tanzcompagnie fährt wieder hoch -Eine Foto-, Text- und Materialsammlung von Rolf K. Wegst über die Tanzcompagnie Giessen unter der Leitung von Tarek Assam am Stadttheater Giessen, unterstützt durch ein Arbeitsstipendium der hessischen Kulturstiftung.

Angewandte Theaterwissenschaft

Was ist Theater? Was könnte Theater sein, wenn es nicht nur das sein kann, was es gegenwärtig ist? Und wie lässt sich ein immer anderes Theater denken und erproben? Diesen und anderen Fragen widmen sich die Studierenden am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft seit dessen Gründung in den 80er Jahren. Dabei entstehen Arbeiten in verschiedenen Medien und Kooperation.
Im Programm „EIN-BLICK“ für die Gießener Auftritte zeigt das Institut aktuelle Videoarbeiten von Studierenden, welche unkuratiert und demokratisch ausgewählt wurden. Dadurch ergibt sich eine vielseitige Perspektiven auf aktuelle künstlerische Positionen am Institut.

Dead Women von Gao Yinfu

„Dead Women Gallery“ ist das vierte Video aus der Reihe „Jiang Shan Jiao“, die sich mit einer virtuellen Frauenfigur des kommunistischen chinesischen Jugendverbandes beschäftigt, die im Februar 2020 als Teil der politischen Propaganda während des ersten Lockdowns erschaffen wurde.

Concept / Text / Choreography / Performer : Yinfu Gao
Camera & Editing : Talisa Frenschkowski, Simon Lenzen
Lighting Design: Simon Lenzen
Audio Design & Dramaturgy : Jannis Wulle
Dance dramaturgy : Ana Clara Montenegro
Voice : Yinfu Gao, Jannis Wulle, Judith Bethke

Until it’s Monday von Islam Elnebishy

Monday has always been my favorite day of the week. It’s the day when I get into the rhythm of work/study, rhythm of duty and I just forget the burden of having a leisure time, a time to decide for myself what to do. Since the beginning of the corona phase, it seems that the feeling of monday is not coming back to my life, i’m all the time confronted with having nothing to do, to be busy with, and having the burden of leisure time, and waiting for Monday.

Syn-Coping von Gao Lenders und Alyona Mamay

Erinnerungen, aber nicht nur unsere eigenen, sondern auch Teile der Geschichten, deren Erben wir sind. Diese Erinnerungen stecken in unseren Knochen, sie gestalten unsere Art, sich mit der Umwelt in Bezug zu setzen, schattige Ecken des Unterbewusstseins, reflektiert in unsere Träume. Können wir diese zerschlagenen Teile so verbinden, dass ein Mosaik entsteht, dem Auge schmeichelnd und heilend für die Seele?

Sie leiden lieber stumm: „Don’t forgive don’t forget“
von Sara Trawöger

Der verfilmte Bühnenraum wird zum Katalysator des diskrepanten Spiels zwischen privater Selbstwahrnehmung und öffentlicher Fremdwahrnehmung und die Musik zum Leitmotiv, aus dem Loop zum Ausbruch verhelfend. Der Musik-Performance-Film ist geprägt von ambivalenten Wahrnehmungsgefühlen, versucht auf musikalischer Ebene Empathie im Miteinander und dem Feedback untereinander zu sensibilisieren und arbeitet gegen die schlichte, einfache und mühelose Aussage, den Titel: SIE LEIDEN LIEBER STUMM. Bei den Gießner Auftritten sind zwei Ausschnitte der Arbeit zu sehen, unter anderem der Song „Don’t Forgive, Don’t Forget“, welcher mit vielen der auferlegten stereotypen Bildern an weiblich gelesenen Körpern abrechnet.

Konzept, Musik, Kamera und Postproduktion: Sara Trawöger
Video, Licht, Kamera und Postproduktion: Merthe Wulf
Choreografie, Performance, Kamera und Postproduktion: Sharon Jamila Hutchinson
Bühne und Kostüm: Lisa Horvath
Gesang und Performance: Kristin Gerwien
Schlagzeug und Performance: Magdalena Gasser aka Sticky Lenz
Mixing: Frithjof Gawenda
Mastering: Antonia Alessia Virginia Beeskow
Produktionssupport: Amélie Haller
Companion: nikolas Stäudte

Eine Koproduktion zwischen dem Künstlerhaus Mousonturm und dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft im Rahmen der Hessischen Theaterakademie; unterstützt vom Kulturamt Stadt Frankfurt am Main und der Kunstuniversität Linz.

Raumstation3539

raumstation3539 eG ist ein Zusammenschluss von kulturellen und sozialen Initiativen, von Künstler*innen, Kreativen, Start-Up-Unternehmer*innen und anderen Engagierten. Alle vereint das gemeinsame Ziel, die Stadt durch persönliches Engagement und Ideenreichtum zu einem lebenswerteren Ort zu machen. Es gilt, den vielen großartigen Initiativen und Ideen, die in Gießen jedes Jahr aus einem meist studentischen Umfeld heraus entstehen, eine nachhaltige Perspektive zu geben.

Gemeinsam wollen wir eine tragfähige Struktur aufbauen, die langfristiges Engagement ermöglicht, beispielsweise indem Zwischennutzungen von Immobilien für Projekte in langfristige reguläre Mietverhältnisse überführt werden, die für eine allein von Einzelpersonen getragene Initiative zu risikoreich wären.

Wir wollen Initiativen vernetzen und Synergien schaffen, beispielsweise durch die geteilte Nutzung von Räumlichkeiten und durch die gegenseitige Hilfe mit Know-How. Wir wollen Schnittstellen besetzen, eine gemeinsame starke Stimme für die Einzelprojekte sein, um mit den verschiedenen Akteur*innen in Gießen, wie Stadt und Universität, Gespräche führen zu können. Wir wollen koordiniert Nachwuchs gewinnen, um den vielen tausend jährlich in Gießen neu ankommenden Menschen, von Studierenden bis Geflüchteten, schnellen Anschluss in und Identifikation mit der Stadt zu ermöglichen und um durch stetige Erneuerung und Verjüngung die Initiativen lebendig zu halten und vor einem frühen Tod durch Wegzug der Initiator*innen zu bewahren. Gemeinsam wollen wir Möglichkeiten der Finanzierung und Förderung erschließen, die Einzelprojekten nicht offen stehen, wie die Schaffung einer ausreichenden Kapitalbasis durch die Genossenschaftseinlagen von Mitgliedern und Förder*innen.

Die langfristige Ausrichtung soll es den Mitgliedern auch ermöglichen, wiederkehrende Veranstaltungen wie Festivals zu schaffen und langfristige Ziele wie die Schaffung eines großen selbstverwalteten Kulturzentrums mit Ateliers, Werkstätten, Büros sowie Veranstaltungs- und Proberäumen zu verfolgen.

War Gießen bislang ein Durchlauferhitzer, in dem tausende junger Menschen unzählige tolle Ideen entwickelten und nach dem Ende ihres Studiums im Umzugskoffer mitnahmen, sollen durch unsere gemeinsame Initiative Ideen und Engagierte in der Stadt gehalten werden, um Gießen zu einem lebendigen und pulsierenden Leuchtturm für soziale und kulturelle Innovation werden zu lassen.

Im Fleischlicht

Ein Projekt von Schoarfi Schoarf Olé

Beteiligte Künstler*innen: Anna Maria Pahlke, Kathrin Frech, Sophia Scherer
Video: „Schinken“

Guten Tag Ihr Würstchen, Menschen aus Fleisch und Wurst.
Es ist kurz vor Feedback. 48 Sekunden aus der Zukunft. Live.
Ein Raumschiff, lost in space, running out of Wurst.
3 Astronautinnen, losgeschickt, um die Welt zu vermissen, lange vergessen, Jause essen.
Nun ihr erstes Konzeptalbum, back to earth.
Denn die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden!“

Anna Maria Pahlke studiert seit 2017 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Dort gibt es mehrere Experimente im Bereich des Hörspiels, der Bühnenperformance, detektivischer Ermittlung und in verschiedenen Videoarbeiten. Das geschieht weiterhin mit großem Durst nach Quatsch und Absurdem, meist im Sweetspot eines universalen Dilettantismus.

Sophia Scherer ist 1995 in Graz geboren und studiert seit 2017 Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Als Performance- und Videokünstlerin war sie bisher in den Waggonhallen Marburg, im F°LAB Frankfurt, auf der HTA Werkschauwoche, sowie am fast forward festival zu sehen. Darüber hinaus arbeitet sie seit 2020 als Kuratorin und Veranstalterin beim hungry eyes festival.

Kathrin Frech (sie/ihr) studierte ab 2017 Angewandte Theaterwissenschaft an der JLU Gießen und an der Academy of Performing Arts in Prag.
Als freischaffende Künstlerin war sie, mit zumeist kollektiv erarbeiteten Projekten, welche um den Sweetspot des weiblichen Dilettantismus kreisen, bereits bei der Seriale 2021, bei dem Bundesfestival junger Film, der HTA Werkschauwoche, im Rahmen des Leipziger Hörspielsommers und des in/between Festivals Gießen präsent. Aktuell arbeitet Sie als Kuratorin und Organisatorin für das internationale Performance Festival DISKURS35. Ab Oktober 2021 wird Sie das Studium des Bühnen- und Kostümbild u. A. unter der Leitung von Barbara Ehnes an der HFBK Dresden aufnehmen. Ebenso ist sie seit 2021 Teil des hungry eyes festivals 2022.